Weltuntergang, Apokalypse und Verschwörung – warum Aberglauben und Mythen immer wieder Kraft gewinnen

Wir erleben in der Corona-Situation weltweit und sehr unmittelbar in Deutschland noch eine ganz andere Welle: Die des Misstrauens, der Zweifel, der Existenzangst und der empörten Hilflosigkeit und Wut. In dieser kollektiven Gefühlslage haben für nicht wenige Bürgerinnen und Bürger sehr schnell Weltuntergangsmythen und Verschwörungsgeschichten als Erklärungsgrund Raum eingenommen. Darauf reagieren die Kritiker solcher Mythen ebenso heftig. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber ist im vollen Gange und eine weitere unversöhnliche Polarisierung in der Gesellschaft tut sich auf, die bis zur aggressiven Sprachlosigkeit führt.
Die Frage, die sich deshalb stellt: Warum gewinnen Aberglauben und Mythen immer wieder, selbst in der modernen Welt, soviel Einfluss auf das Denken von Menschen? Warum berühren diese dunklen Weltdeutungen emotional so stark und offensichtlich auch die gegensätzlich Beteiligten?
Die Veranstaltungsreihe will deshalb diesen Zusammenhang und den vermeintlichen Gegenpol von Aufklärung und Vernunft genauer in Augenschein nehmen.

Wie frei sind wir eigentlich, uns zu ändern?

Vermutlich haben sich die meisten dieser Frage schon einmal, zumindest in einer stillen Stunde, gestellt. Es gibt unendlich viele gute Vorsätze, nicht zuletzt zur Verbesserung der eigenen Lebensführung und für die Umwelt. Und dann gewinnen wieder der Alltag, Routinen und Gewohnheiten die Oberhand. Wie frei sind wir eigentlich, uns zu ändern, fragen wir zwischen Schulterzucken und etwas Scham oder manchmal auch mit Trotz, dass alles so bleiben soll, wie es ist.

Aber die Frage hat ein Störpotential, weil wir, zumindest in Europa, in einer Welt leben, in der individuelle, politische und gesellschaftliche Spielräume für Freiheit noch nie so groß waren und damit Entscheidungsmöglichkeiten eröffnen für Veränderungen, auch wenn der Umfang die Spielräume für freie Entfaltung gesellschaftlich immer noch ungleich und auch ungerecht verteilt sind. Die Störung besteht in dem inzwischen auch fühlbaren Wissen vom Klimawandel, vom ungesunden Konsumverhalten, der Endlichkeit von Umweltressourcen, etc. In dieser Spannung von Einsichten und Gewohnheiten befinden wir uns.
Und dann gibt es auf einmal eine weltweite Bewegung, ausgelöst von der mutigen Greta Thunberg. Fridays For Future hat bis in den Verbrauch von Wattestäbchen und Billigfleisch weit in das individuelle Bewusstsein gewirkt. Und war bereits von Flugscham für Billigurlaube und Inlandsflüge im vergangenen Jahr die Rede, da schafft es ein Virus ganze Flugzeugflotten am Boden zu halten und verändert gravierend Lebensalltag, Arbeitswelt und Konsum.

In einem gesunden Körper wohnt künftig eine künstliche Intelligenz? Chancen und Risiken Digitaler Medizin

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper: Generationen haben das als Ideal gesundheitlicher Lebensführung betrachtet, wenn auch meist nur unvollkommen erreicht. Und jetzt tritt die künstliche Intelligenz dazu, die bei der Gesundheit der Körper, also des Lebens in vielen Bereichen intelligent mitmischen will und für den Körper ein Mehr an Gesundheit verspricht!

Und in der Tat: Ohne die bereits vorhandenen digitalen Anwendungen in der medizinischen Forschung wäre vieles in diesem Corona-Jahr viel schlimmer verlaufen. Zu dem digitalen Plus zählen z. B. die weltweite digitale Kooperation zwischen Forscher*innen, digitale Labortechnologien oder der Einsatz von KI bei der Suche nach genetischen Mustern des Virus.

Vielen wird es aber unheimlich, wenn sie bei KI an einen Körper denken vollgespickt mit elektronischen Chips und Implantaten oder an die Vision von Cyborgs, also Wesen, bei denen nicht mehr auszumachen ist, was Maschine und was Mensch ist. Faktisch ist das Thema Gesundheit jedoch in der Wertvorstellung der Bürger zu einem gesellschaftlichen Megathema avanciert…..