
| 27.10. 2026 | „Demokratiedämmerung“: Ist das Ende der Demokratie faktisch schon längst eingeläutet und welche Alternativen gibt es, die den Gedanken der Freiheit des Individuums berücksichtigen? PD Dr. Veith Selk, Hamburg (angefragt/ Zusage unter Vorbehalt) |
| 03.11.2026 | Arbeitstitel: Politische Willensbildung: Eine staatsrechtliche Perspektive Prof. Dr. Hans-Detlef Horn, Marburg |
| 10.11.2026 | Freiheit und Sicherheit: Was bedeuten die geopolitischen Entwicklungen für die Stabilität europäischer Werte? Dr. Jana Puglierin, Berlin |
| 17.11.2026 | Klasse und Gesellschaft: Demokratischer Zusammenhalt im Kontext von Ungleichheitsstrukturen Ramona Wuttig, Influencerin und Autorin |
| 24.11.2026 | Christliche Influencerinnen und die neue Rechte: Was kann ein aufgeklärtes Christentum dem entgegenhalten? PD Dr. Martin Fritz, Berlin |
Augenscheinlich hat die Erosion der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Gesellschaft weiter Fahrt aufgenommen. Sind die wachsende Konjunktur der AfD und der in Europa beobachtbare Aufschwung nationalistischer Politik Ausdruck einer Krise der Demokratie insgesamt? Welche Rolle spielt dabei das Bildungssystem? Wo sind die Ursprünge für diese Entwicklungen, wo liegt die Rolle von NPO, zu denen auch die verfassten Kirchen sich zählen können, inwiefern beeinflussen soziale Medien das gesellschaftliche Mindset und was können einzelne Menschen zu einem produktiven Diskurs und der Entwicklung unserer Gesellschaft beitragen, wenn so vieles inzwischen diffus und surreal erscheint? Wie kann Sicherheit in Europa gewährleistet werden, angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen? Kurzum: Was ist in den Bereichen Religion, Bildung, Ökonomie und Politik notwendig, um die Resilienz der freiheitlich-demokratischen Ordnung für die Zukunft zu stärken? Diesen Fragen wollen wir nachgehen mit unserer Reihe. Dabei sollen neben politikwissenschaftlichen und demokratietheoretischen Perspektiven auch juristische, sicherheitspolitische, soziologische und theologische Fragen eine Rolle spielen. Es geht darum, Hintergründe der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auszuloten und diskursiv nach Möglichkeiten zu suchen, wie ihnen begegnet werden kann, individuell und institutionell.
Der Darmstädter Carlo-Mierendorff, an den wir mit dieser Reihe erinnern, hatte in den gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit vor dem Nationalsozialismus früh erkannt, dass die soziale, politische und kulturelle Spaltung der Gesellschaft unheilvoll sein würde. Heute unter zwar anderen sozialen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen, greifen wir einige grundsätzliche Fragen des Zusammenhalts einer Gesellschaft auf: Was muss die Gesellschaft in allen Bereichen dafür tun, dass der Riss der Ungleichheit zwischen sozialen Schichten und Milieus nicht größer wird? Was bedeuten die fortlaufenden Umwertungen von Berufsqualifikationen, beruflicher Anerkennung und Statusunsicherheit für das Zusammenleben? Sind Abgrenzungen, emotionale Abschottung und rechte politische Orientierungen Ausdruck einer neuen Klassenpolarisierung? Und welche Rolle spielen erlebte Demütigungen und Kränkungen in diesen vielschichtigen Konflikten, nicht nur in Bezug auf den zeitweiligen oder dauerhaften Verlust von sicherem Einkommen?
Fragen, die sich an die Wissenschaft, Gewerkschaften, Medien und Kirchen richten.
Veranstaltungsort: Das Offene Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt.
