protestantisch, weltoffen, streitbar.
Ein Raum zum offenen Diskurs in Stadt und Region.
PROGRAMM UND PROJEKT HERBST 2026

Vorankündigung in der Reihe des „Carlo-Mierendorff-Dialogs“
Demokratie im Stresstest
Augenscheinlich hat die Erosion der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Gesellschaft weiter Fahrt aufgenommen. Was ist in den Bereichen Religion, Bildung, Ökonomie und Politik notwendig, um die Resilienz der freiheitlich-demokratischen Ordnung für die Zukunft zu stärken? Diesen Fragen wollen wir nachgehen.
Vom Forum über Generationengerechtigkeit zur Antwort auf die Versorgungs- und Pflegekrise der alternden Gesellschaft
Projekt: “Virtuelle Seniorenresidenz im Quartier“ als Nachbarschaftshilfe
Auf dem Weg zur Umsetzung: Gespräche und Interviews mit Leitungsverantwortlichen aus Kirche, sozialen Trägern und Kommunen – eine Umfrage mit überzeugenden Ergebnissen zur Bereitschaft zum Engagment der Bürgerinnen und Bürger…

RÜCKBLICK AUF VERGANGENE REIHEN
Paradiese: Sehnsuchtsorte, Verführungen und irdische Lebenskunst
Unter dem Titel Paradaidha zeigt der niederländische Künstler Robert Zandvliet einen „vitalen Garten“ seines Werkes in der Kunsthalle Darmstadt.
Auf der Suche nach dem verlorenen Zusammenhalt der Gesellschaft.
Carlo-Mierendorff-Dialog über aufkommende soziale und kulturelle Klassenkonflikte im Umbruch zur Digitalgesellschaft.
Generationenvertrag neu schreiben?
Gerechtigkeit und Verantwortung zwischen den Generationen.
Geben und Nehmen zwischen den Generationen – mehr als Finanzen?
Das aufkommende Unbehagen in der digitalen KI-Welt
8. Frank-Schirrmacher-Forum zur Digitalisierung.
FRAGEN UND ANTWORTEN
Die Evangelische Stadtakademie Darmstadt ist ein Angebot zum Diskurs des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt an die Stadtgesellschaft und an den regionalen Stadtraum. Sie ist ein Forum für strittige Themen und offene Probleme der Gesellschaft, die Menschen bewegen und betreffen. Sie versteht sich als eine offensive Einladung der Kirche, Kritik mit Gestaltungsperspektiven zu verbinden.
Die grundlegenden Leitideen der Akademiearbeit für geistige Orientierung sind Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, als christliche Deutungsangebote Biblischer Botschaften.
Die üblichen Veranstaltungsformate der Evangelischen Stadtakademie Darmstadt bestehen aus Abendseminaren mit Vorträgen, Projekten, Werkstätten und Studienreisen.
Akademiediskurse als ein Angebot und Evangelisches Markenzeichen in Stadt und Region inhaltlich präsent zu halten. Dies wird erkennbar, durch mehrere Veranstaltungsformate wie dem Frank-Schirrmacher-Forum zur Digitalisierung oder dem Carlo-Mierendorff-Dialog zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Besonders im Blick: Ethische und gesellschaftliche Grenzfragen zur Digitalisierung Naturwissenschaft, Politik und Zukunftsgestaltung im Diskurs erschließen und ihre theologische Deutung reflektieren.
Der Evangelischen Stadtakademie Darmstadt gelingt es, hochrangige Referenten:innen aus unterschiedlichen Bereichen von Wissenschaft und Forschung, Kirche und Theologie Politik, Gewerkschaften und Unternehmen wie auch Praxisvertreter aus bundesweiten Bezügen zu gewinnen.
Die Evangelische Stadtakademie wurde 1946 von Pfr. Rudolf Wintermann (1886-1970) als Arbeittskreis der Evangelischen Akademien gegründet. In dem Arbeitskreis waren die Kirchengemeinden, die Akademie Arnoldshain und die Gesamtgemeinde Darmstadt vertreten. Der Ehrenamtliche Vorsitzende des Arbeitskreises war für die inhaltliche Arbeit und Durchführung der Veranstaltungen verantwortlich. Pfarrer Wintermann leitete mit Unterbrechungen die Akademie. Ab 1972 bis 1990 war Pfarrer Reinhard Krug zu Nidda Leiter, 1990 bis 2006 Pfarrer Meinhard Krauss. 1992 bekam die Akademie eine Ordnung, die ihr Eigenständigkeit zusicherte. Ab 2006 bis 2015 leitete Pfarrer PD Dr. Wolfgang Lück die Akademie, von 2015 Oberkirchenrat Dr. Franz Grubauer und seit 2025 ist Pfarrerin Dr. Anna Scholz Co-Leiterin der Akademie.
OKR i. R. Dr. Franz Grubauer und Pfarrerin Dr. Anna Scholz moderieren die Veranstaltungen. Eingeladen werden von Fall zu Fall Gastmoderatorinnen und -moderatoren aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Medien.
Der Darmstädter Carlo-Mierendorff, an den wir mit dieser Reihe erinnern, hatte in den gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit vor dem Nationalsozialismus zusammen mit Wilhelm Leuschner früh erkannt, dass die soziale, politische und kulturelle Spaltung der Gesellschaft zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum, wie man es damals nannte, unheilvoll sein würde.
Zu dieser Einsicht gehört ebenso, nicht nur die Spaltung zu beklagen, sondern das eigene Milieu zu prüfen, was den Zusammenhalt wieder stärken kann.
Absichten und Ziele des Frank-Schirrmacher- Forums seit 2015:
Es war das bleibende Verdienst des zu früh verstorbenen Journalisten Frank Schirrmacher eine öffentliche Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft, ja genauer der Weltgesellschaft, im nicht mehr rückholbaren Horizont der globalen Digitalisierung angestoßen zu haben.
Seine Analysen beschreiben die Gefahr, dass durch die Allianz zwischen Ökonomie und globalen Informationsnetzwerken zunehmend automatisierte Sachzwänge entstehen, die gesellschaftliche Entwicklung, Arbeit und Leben bis zur Entwicklung der einzelnen Persönlichkeit überformen. Das Frank-Schirrmacher-Forum will an offenen Fragen und gedanklichen Zuspitzungen, die Frank Schirrmacher so eindringlich formuliert hat, anknüpfen. Das Forum hat den Anspruch, Fakten und Probleme der Big-Data-Entwicklung genau darzustellen, nach Orientierungen und Beurteilungskriterien zu fragen und Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten. Dabei geht es immer um den Zusammenhang von Subjekt und System oder Technik, und damit Beziehungen und Zusammenleben von Menschen betreffend, um theologische Maßstäbe.
BOTSCHAFTEN VON REFERENT*INNEN DER EVANGELISCHEN STADTAKADEMIE DARMSTADT

Prof. Dr. Peter Sloterdijk
„…Für uns stellt sich eher die Frage, wie es gelingt, der Wiederkehr der Verwilderung aud der Höhe der Zivilisation Einhalt zu gebieten.“
(aus: Was geschah im 20. Jahrhundert?)

Bischöfin
Prof. Dr. Beate Hofmann
„Kirche in Verantwortung macht eine klare Absage an Ausgrenzung, menschen-verachtende Haltungen und Diskriminierungen und wird zugleich noch intensiver das Gespräch mit denen suchen, die sich nicht mehr von den demokratischen Parteien und Institutionen vertreten fühlen…“

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker
„Wenn Bildung der Vertrag zwischen Gesellschaft und Zukunft ist, wird ein neuer Vertrag benötigt, das zu entwickeln, was der World Social Science Report als Zukunfts-Alphabetisierung bezeichnet – die Fähigkeit, sich der Komplexität und Ungewissheit zu stellen und sich dynamisch an jeder Zukunft zu beteiligen.“
(Wir sind dran, Club of Rome: Der große Bericht)





