Aus Anlass des Eroberungskrieges in der Ukraine

 

Zeitenwende in Europa – Versuch die Herausforderung

für den Kontinent zu begreifen

 

17.03.2022 um 18:00 Uhr in der Pauluskirche in Darmstadt – mit Publikum, es gilt die 3G-Regel

 

q

Stehle-Krieg
Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus von Thomas Duttenhoefer gestaltet. Die bittere Erfahrung, wenn man statt Frieden zu bewahren, Hass und Zwietracht zwischen den Völkern säht, mussten viel zu viele Darmstädter Bürger mit ihrem Leben bezahlen.

Referent:innen auf den Podien:

  • Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, einer Stadt mit einer historischen Verbindung zu Russland und in der viele Russinnen und Russen und Deutsche aus Russland le-ben. Darmstadt ist mit der ukrainischen Partnerstadt Ushgorod in diesen Tagen zudem eng verbunden.
  • Prof. Dr. Tanja Brühl, Präsidentin der TU-Darmstadt und Vorsitzende der Konferenz der hessi-schen Universitätspräsidien. Die TU-Darmstadt hat Partnerschaften mit den Universitäten Pe-tersburg und Tomsk
  • Frank Gotthard, Head of Corporate Affairs Germany, Global Communications & Stakeholder Engagement der FA. Merck, die auf eine mehr als hundertjährige Handelsbeziehung mit Russland schaut.
  • Prof. Dr. Karlheinz Langanke, Kern- und nuklearer Astrophysiker, Gesellschaft für Schwerino-nenforschung (GSI), Darmstadt-Wixhausen und TU-Darmstadt. Die GSI blickt auf eine langjährige Partnerschaft mit Russland, zuletzt mit dem Beschleunigerprojekt FAIR, das durch die Sanktionen in der zeitlichen Fertigstellung betroffen sein wird.
  • Dr. Bruno Schoch, Hessisches Institut für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Mitherausgeber mehrerer Deutscher Friedensgutachten, Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten
  • Prof. Dr. Klaus Tanner, systematischer Theologe und Ethiker in Heidelberg, Mitverfasser der Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland 2007.
  • Viktor Funk, Journalist der Frankfurter Rundschau und Buchautor, seine Schwerpunkte sind Russland, Migration und Sicherheitspolitik.
  • Jens Siegert, Journalist und Politikwissenschaftler. Er lebt seit 1993 in Moskau und arbeitete zunächst als Hörfunk-Korrespondent. Von 1999 bis 2015 leitete er das Russland-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung

1990 haben alle OSZE-Staaten die Charta von Paris für ein neues Europa unterschrieben. Damals galt es, ein neues Zeitalter der Demokratie, des Friedens und der Einheit zu begründen. Der russische Eroberungskrieg der Ukraine ist das in die Extreme getriebene Gegenteil. Das Wort der Zeitenwende ist groß, aber es hat sein Recht, gegenüber der Ungeheuerlichkeit und dem tödlichen Grauen, das gerade vor unseren Augen geschieht. Aber umso mehr ist es notwendig, sich verantwortlich zu verständigen, wie diese Zeitenwende zu begreifen ist und welche Möglichkeiten wir entwickeln, mit den Herausforderungen umzugehen.

Vor dem menschlichen Leid, der Zerstörung und dem gebrochenen Vertrauen fällt es nicht leicht, die Folgen und Herausforderungen für den Kontinent weiterzudenken. Aber ohne eine Verständigung über die aufgeworfenen Fragen lässt sich auch hierzulande nur schwer über ein Europa nach diesem historischen Wendepunkt denken.
Die Veranstaltung am 17.03.2022 um 18:00 Uhr will dazu mit zwei Gesprächsrunden und kurzen Inputs einen Versuch machen, aber auch über die unmittelbare Hilfe der beteiligten Unternehmen und Institutionen für die Ukraine informieren.

Für die Diskussion zwischen Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Religion und Zivilgesellschaft wie auch für das Publikum wären folgende Fragen zu überlegen:

  • Warum gewinnen gefährliche Historisierungen und entsprechende Erzählungen mit Bezug auf Ethnie, Volk, Land oder Religion immer wieder neue identitätsstiftende Energien gegenüber friedenstiftenden, rechtlichen und völkerrechtlichen Vereinbarungen?
  • Wurde die Frage der unterschiedlichen Kulturen in Europa und ihre Identität stiftende Kraft für die Gesellschaft und für Loyalitäten in den unterschiedlichen politischen Systemen bisher unterschätzt?
  • Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Religionen und Religionsgemeinschaften für den Missbrauch von gefährlichen Ideologien und Narrativen?
  • Müssen wir uns als Deutsche vor dem Hintergrund unserer Geschichte die Zusammenhänge von Schuld, Verantwortung und Freiheit im Verhältnis zu Russland gerade durch den Krieg in der Ukraine neu bearbeiten?
  • Ist die alte These: “Wandel durch Handel“ oder Wandel durch wissenschaftliche Kooperation obsolet?
  • Wie können und müssen sich Demokratien und Wertegemeinschaften verteidigen gegenüber autoritären und aggressiven politischen Systemen?
  • Unter welchen Bedingungen – nicht zuletzt der weltweiten ökologischen und pandemischen Krisen – ist eine Charta von Paris neu zu denken nach dem Bruch aller rechtlichen Vereinbarungen durch die russische Führung? Weiterlesen…

 

 

 

Das angekündigte Programm ab Januar 2022 des Frank-Schirrmacher-Forums und der Darmstädter Werkstatt:Identität und kulturelle Tranformation wird auf den Herbst 2022 verschoben.
Alle Veranstaltungen sind über den  YouTube-Kanal der Akademie verfügbar oder werden aktualisiert