Jüngst hat die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch eine Gesellschaftsanalyse vorgelegt, die von einem epochalen Umbruch spricht. Als „Konterrevolution gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse“ zeige sich das in einer gespaltenen Gesellschaft, die durch materielle und immaterielle Statusverluste gekennzeichnet sei. Der weltweit entstandene Populismus sei Ausdruck einer „Gesellschaft des Zorns“, so auch der Titel der Analyse. Diese scheint einen emotionalen Grundton in unserer Zeit zu treffen, der noch für viele verstärkt wird durch die befürchteten Folgen der digitalen Revolution und dem unabweisbaren Klimawandel. Und die Soziologin ist nicht die einzige, die Gesellschaft so beschreibt. Wo entsteht da Hoffnung, Lust auf Neues, wenn Ängste um Arbeitsplatz und Lebensentwurf ebenso wie Bedeutungs-und Geltungsverlust – also immaterielle Verluste – die bisherigen sozialen Schichten durcheinanderwirbeln? Nach einer Quelle von Mut und Zuversicht sieht es jedenfalls nicht aus!
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