Worauf dürfen wir hoffen? Neue Weltentwürfe, unorthodoxe Menschenbilder und die Erinnerung an das kulturelle Erbe

Die beste aller Welten ist nicht erreichbar, aber erstebenswert.
Dass die Suche nicht zum Ende kommen kann, ist kein Grund zum Pessimismus*

 

*Gerhard Schulze
Wohin bewegt sich
die Gesellsschaft

Es ist etwas in Bewegung geraten. Auch mit uns. Ein größerer historischer Umbruch ist irgendwie spürbar, eingeleitet mit der großen Welle der Digitalisierung. Zeit, Raum, Materielles und Humanes werden in neue, unvertraute Beziehungen gesetzt, ja damit werden alte Gewissheiten und Regeln entwertet. Es kommt deshalb nicht von ungefähr, dass ein Buchtitel: „Wer bin ich, und wenn ja wie viele?“ Furore macht wie ebenso die dreiste Behauptung am anderen Ende des Pols, man könne mit fünf aus dem digitalen Datenstrom gefilterten Merkmalen jede Persönlichkeit ausreichend beschreiben. Polarisierungen zwischen Neugier und Bangen, Verlust und Aufbruch, Hoffnung und Regression bestimmen die öffentlichen Debatten bis in die Wahrnehmung jedes Einzelnen. Dazwischen entwickeln sich neue Weltbilder, Entwürfe eines anderen Lebens und Wirtschaftens, Zukunftsvisionen, manches auch sehr praktisch. In diesem Salon wollen wir uns einmal einigen dieser zweifellos konträren und kontroversen, bisweilen grellen Entwürfe zuwenden, um daran Maßstäbe für konkrete Vision zu gewinnen.

Veranstaltungen Februar/März 2020

Dienstag, 11.02.2020, 18:30-20:30 Uhr
Zukunftsdiskurs jenseits der Utopien, Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21.Jahrhundert?
Prof. Dr. Gerhard Schulze, Bamberg

Dienstag, 18.02.2020, 18:30-20:30 Uhr
Kulturelles Erbe und Zukunft. Die Rolle der Museen heute
Dr. Martin Faass, Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt

Dienstag, 03.03.2020, 18:30-20:30 Uhr
Die Frage nach dem richtigen Leben und das Wissen von den wichtigen Dingen
Prof. Dr. Norbert Bolz

Dienstag, 10.03.2020, 18:30-20:30 Uhr
Plädoyer für ein neues Erdenbürgertum
Prof. Dr. Peter Sloterdijk

Dienstag, 17.03.2020, 18:30-20:30 Uhr
Im Zeitalter der Menschenbild-Vielfalt
Theologische Impulse zum Dialog
Prof. Dr. Michael Utsch

Veranstaltungsort:
Alle Veranstaltungen finden im Offenen Haus in der Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt statt.

 

Unterstützung und Förderung

die Veranstaltungsreihe wird freundlicher Weise unterstützt von der

und durch die

Für was steht der Philosphisch-Theologische Salon?

„Die Grenze ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis“, Paul Tillich

Auf der Grenze zu sein, entlang der Grenze zu beiden Seiten der Gebiete jenseits der Grenze zu schauen, das war der immer noch zeitgemäße Anspruch und die auf Vernunft bauende Forderung des Theologen und Philosophen Paul Tillichs. Der Anspruch so Theologie und Philosophie zu treiben.

Auf der Grenze sein ist nicht immer ein angenehmer Ort, vor allem, wenn man auch selbst im eigenen Erleben Anzeichen dafür sieht, oder zumindest das Gefühl davon bekommt, das Alte verlassen zu haben aber das Neue noch nicht erreicht zu haben.

Man muss vielleicht nicht so weit gehen, wie der Soziologe Heinz Bude, der von der Gesellschaft der Angst spricht, aber Entgrenzungen, oder die Unübersichtlichkeit gehören doch im Wechselspiel zwischen Einzelnem und Gesellschaft dazu, Verwerfungen ,die mit guten Gründen von der Philosophie wie der Religion neu vermessen werden müssen. Der philosophisch-theologische Salon will mit der Annahme offener Grenzfragen einen Beitrag leisten für die Stadtgesellschaft, um Antworten zu finden auf die alten Fragen nach dem Sein, nach dem Sollen, nach dem Sinn und nach dem guten Leben.