Unsere krisenhafte Beziehung zur Natur – Versuch einer „gesellschaftlichen Paartherapie“

 

„Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.“

Charles Darwin

Die augenblickliche Lage ist für uns nicht rosig: Die Klimakrise, die noch nicht überwundene Pandemie, eine Vielzahl von Naturkatastrophen weltweit. Wir begreifen, dass es um unser Verhältnis zur Natur, zu uns selbst als Teil der Natur geht. Unser Verhältnis zur Natur, zur inneren wie zur äußeren Natur ist schon viel zu lange in der Krise. In der extremen Ambivalenz zwischen wütender Ohnmacht, arroganter Beherrschungssucht und sehnsuchtsvoller Romantik liegt nicht die Zukunft eines nachhaltig bewahrenden Verhältnisses. Es ist, wie in einer zerrütteten Paarbeziehung: Es geht um Änderungen von Haltungen. Und eine Seite muss den Anfang machen. Der mutige Anstoß liegt auf unserer Seite, weil wir im Antropozän die Hauptverursacher sind. In den vergangenen zwei Jahren, durch Corona und Klimaveränderungen verstärkt, ist vielen schmerzlich bewusst geworden, dass es so nicht weitergehen kann. Wie aber könnte eine Beziehungsklärung aussehen? Wie können wir alte Muster überwinden und ein respektierendes Miteinander mit der Natur und uns finden? In der Veranstaltungsreihe der Evangelischen Stadtakademie Darmstadt sollen fünf unterschiedliche Perspektiven auf unser Verhältnis zur Natur in den Blick genommen werden.

Veranstaltungen November/Dezember 2021

Donnerstag, 04.11.2021, 18:30-20:30 Uhr
Natur, die wir selbst sind – eine philosophische Zukunftsperspektive für eine menschliche Lebenssphäre in und mit der Natur
Referent: Prof. Dr. Gernot Böhme, Philosoph

Gesprächspartner:innen:
Pfr. Dr. Raimund Wirth, stellv. Dekan Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt
Dr. Franz Grubauer, Stadtakademie Darmstadt

Donnerstag, 11.11.2021, 18:30-20:30 Uhr
Wie kann vorsorgendes Handeln zu nachhaltiger Entwicklung gesellschaftlicher Naturverhältnisse beitragen? Der Ansatz der Frankfurter Sozialen Ökologie
Referentin: PD Dr. Diana Hummel, Leitung des Instituts für soziale Ökologie Frankfurt

Gesprächspartner:innen:
Björn Schulz, Klimaentscheid Darmstadt und Fridays For Future
Dr. Franz Grubauer, Stadtakademie Darmstadt

Donnerstag, 18.11.2021, 18:30-20:30 Uhr
Die Wissenschaft von der Natur: Den Zusammenhang von Materie und Leben neu wahrnehmen
Referent: Prof. Dr. Karlheinz Langanke, Kern- und nuklearer Astrophysiker, GSI-Darmstadt-Wixhausen und TU-Darmstadt

Gesprächspartner:innen:
Prof. Dr. Sven Linow, Physiker Hochschule Darmstadt und Scientist For Future
Dr. Roland Lentz, Biologe, Innovations-Coach für nachhaltige Projekte
Dr. Franz Grubauer, Stadtakademie Darmstadt

Donnerstag, 25.11.2021, 18:30-20:30 Uhr
„Das Versprechen der Bioökonomie: Gelingt ein neues Verhältnis zur Natur als Nahrungsquelle für alle, ohne sie zu zerstören?“
Referent: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Dt. Bioökonomierat und ökologisches Hofgut Habitzheim

Gesprächspartner:innen:
Dr. Roland Lentz, Biologe, Innovations-Coach für nachhaltige Projekte
Jens Joachim, Journalist und Politikwissenschaftler
Dr. Franz Grubauer, Stadtakademie Darmstadt

Donnerstag, 02.12.2021, 18:30-20:30 Uhr
Die Natur des Menschen: Theologische Reflexionen über Würde und Freiheit
Referentin: Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt, Deutscher Ethikrat, Lehrstuhl systematische Theologie Tübingen

Gesprächspartner:innen:
Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt
Pfarrerin Dr. Ruth Huppert, Luthergemeinde Griesheim
Dr. Franz Grubauer, Stadtakademie Darmstadt

Veranstaltungsort:
Alle Veranstaltungen finden Corona bedingt donnerstags in der Pauluskirche, Niebergallweg 20, 64285 Darmstadt statt.

Unterstützung und Förderung

Für was steht der Philosphisch-Theologische Salon?

„Die Grenze ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis“, Paul Tillich

Auf der Grenze zu sein, entlang der Grenze zu beiden Seiten der Gebiete jenseits der Grenze zu schauen, das war der immer noch zeitgemäße Anspruch und die auf Vernunft bauende Forderung des Theologen und Philosophen Paul Tillichs. Der Anspruch so Theologie und Philosophie zu treiben.

Auf der Grenze sein ist nicht immer ein angenehmer Ort, vor allem, wenn man auch selbst im eigenen Erleben Anzeichen dafür sieht, oder zumindest das Gefühl davon bekommt, das Alte verlassen zu haben aber das Neue noch nicht erreicht zu haben.