Ist der Kapitalismus noch zu retten?

Erschütterungen im Geldsystem sind Momente, in denen uns klar wird, dass vieles in unserer Gesellschaft ausschließlich auf der Basis von Vertrauen funktioniert. Diese Dimension gilt auch für Staaten*

 

*Professorin Annika Schlitte,
Greifswald

Der philosophisch-theologische Salon will der scheinbar unphilosophischen Frage nachgehen: Ist der Kapitalismus noch zu retten? Bei genauerem Hinsehen gibt es aber eine Menge philosophischer, wie auch theologischer Anlegestellen zu entdecken, die sich um das Geld, um Werte und um Geist drehen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Geld nicht ohne Vertrauen funktioniert. Vertrauen, so erleben wir es aber gerade in der globalen Welt und nicht zuletzt in der Corona-Situation, ist ein knappes Gut. Die Veranstaltungsreihe wird diese Kernfragen des Kapitalismus ausleuchten und das Unbehagen aufgreifen, das der bestehenden Gestalt des globalen Kapitalismus nicht mehr die Lösungskompetenz der vor uns liegenden Probleme zutraut. Alternativen neuer Kapitalismen deuten sich an, wenn der Finanzinvestor Blackrock zum Beispiel das ihm anvertraute Kapital zur Rettung der Umwelt profitabel machen will, aber ebenso immer weiter greifende Formen der Sharing-Oeconomy, der Umsonst-Ökonomie wie auch die Gemeinwohlökonomie. Diese neuen Formen werden ebenso auf ihre Tragfähigkeit und auf die Konsequenzen für uns betrachtet.

Veranstaltungen Februar/März 2021

Donnerstag, 04.02.2021, 18:30-20:30 Uhr

Zur Philosophie des Geldes: Eine feministische Perspektive zur Bedeutung des Geldes für eine geschlechter-gerechte Zukunftsgestaltung
PD Dr. Andrea Günter, Philosophin und Feministin

Donnerstag, 11.02.2021, 18:30-20:30 Uhr

Es gibt eine historische Chance: Warum solidarische Ökonomie immer wahrscheinlicher wird.
Dr. Friederike Habermann, Historikerin

Donnerstag, 18.02.2021, 18:30-20:30 Uhr

Die Rolle von Sparkassen für eine nachhaltige Regional-entwicklung im Schatten globaler Finanzmärkte
Jürgen Thomas, Vorstand Sparkasse Darmstadt

Donnerstag, 25.02.2021, 18:30-20:30 Uhr

Ein Versprechen? Anlagestrategien, die die Welt besser machen
Andreas Hübner, Lazard Asset Management Frankfurt/New York

Donnerstag, 04.03.2021, 18:30-20:30 Uhr

Wie ethisch können Finanzmarktakteure handeln?
Prof. Dr. Ulshöfer, Theologin und Ökonomin

Donnerstag, 11.03.2021, 18:30-20:30 Uhr
Kurskorrektur oder Systemfrage, Zur Zukunft des Kapitalismus
Sven Giegold, Finanzfachmann, Grüne in Europa

Veranstaltungsort:
Alle Veranstaltungen finden Corona bedingt donnerstags in der Pauluskirche, Niebergallweg 20, 64285 Darmstadt statt.

Unterstützung und Förderung

Für was steht der Philosphisch-Theologische Salon?

„Die Grenze ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis“, Paul Tillich

Auf der Grenze zu sein, entlang der Grenze zu beiden Seiten der Gebiete jenseits der Grenze zu schauen, das war der immer noch zeitgemäße Anspruch und die auf Vernunft bauende Forderung des Theologen und Philosophen Paul Tillichs. Der Anspruch so Theologie und Philosophie zu treiben.

Auf der Grenze sein ist nicht immer ein angenehmer Ort, vor allem, wenn man auch selbst im eigenen Erleben Anzeichen dafür sieht, oder zumindest das Gefühl davon bekommt, das Alte verlassen zu haben aber das Neue noch nicht erreicht zu haben.